14. Tag: Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben!

14. Tag: Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben!

Samstag: Wir haben ausgiebig gefrühstückt, endlich war es wettertechnisch mal richtig gemütlich am Morgen. Das heutige Tagesziel lag ca. 500km vor uns. Wir waren aber froh, dass wir aus dem von Panzer und Soldaten dominierenden Gebiet rauskamen. Fühlt sich doch etwas unsicher an, wenn an jeder Straßenecke schusssichere Hütten aus Sandsäcken stehen.
In Erzurum haben wir eine Rast eingelegt. Per Zufall sind wir in ein sehr feines Restaurant gestolpert. Der anfangs etwas mürrische Kellner im Güzelyurt hat uns gleich mit in die Küche geschleppt. Er hat sofort erkannt, dass unsere Türkischkenntnisse für eine Essensbestellung nicht ausreichen. Aus verschiedenen Töpfen haben wir uns ein sehr, sehr leckeres Mittagessen zusammengestellt.
Gestärkt haben wir die zweite Tageshälfte gestartet. Knapp 200 km noch. Eine Pinkelpause gut 50 km vor dem Ziel hat etwas länger als geplant gedauert. Ein lauter Knall bei unserem W124er: „Ups, do stimmt was ned!“
Eine kurze Begutachtung und die Diagnose war klar: Die defekte Hinterachsaufnahme hat die Kardanwelle abgerissen und die Hardyscheibe zerfetzt. Wir haben alle lose hängenden Teile mit Kabelbinder angebunden, die Abschleppstange montiert und die restlichen 50km geschleppt. Die Ankunft beim Parkplatz hat die restlichen Teams natürlich zum Schmunzeln gebracht.
Wir haben uns noch kurz beraten, wie es morgen weitergehen soll. Ohne Türkischkenntnisse ist auch ein Werkstattbesuch etwas schwierig. „Kaynak“ heißt angeblich schweißen. Das hilft uns schon mal weiter. Mal sehen, was wir morgen (Sonntag!) erreichen. 1500 km bis zum Rallyeziel! Wir geben nicht auf! Es bleibt spannend! 😉

 

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