20. Tag: Welcome home!

20. Tag: Welcome home!

Nach exakten 7.610 gefahrenen Kilometer sind wir wieder gut zu Hause angekommen. Es fühlt sich traumhaft an!

Ein fließender Wasserhahn mit Trinkwasser, eine Toilette (!!), eine Dusche, ein Kleiderschrank und natürlich ein eigenes Bett – all diese Dinge (und noch viel mehr) wissen wir sehr zu schätzen. Trotzdem bereuen wir absolut gar nichts. Es war ein wunderbares Erlebnis mit vielen Herausforderungen, Erfahrungen und wunderschönen, bleibenden Erinnerungen.

Es ist und war ein tolles Gefühl, zu wissen, dass uns so viele Leute daheim verfolgt, unterstützt und Mut gemacht haben! Vielen Dank an alle Fans! Ihr seid großartig!

Wir werden nun unser Bild- und Videomaterial in aller Ruhe aufarbeiten und sortieren. Sobald wir damit fertig sind, gibt’s einen ausführlichen Reisebericht. Stay tuned. Bis bald!

19. Tag: Wir haben es geschafft!

19. Tag: Wir haben es geschafft!

Nach einem ausgiebigen Frühstück, einem kleinen Bad im Mittelmeer und einer letzten Kontrolle der quasi nicht mehr vorhandenen Hardyscheibe machten wir uns auf den Weg zur finalen, ca. 60 Kilometer langen, Etappe. Wir haben es tatsächlich geschafft und bereiten uns direkt nach unserer Ankunft in Dalyan auch schon auf den morgigen Rückflug vor.
Wir werden wohl erst daheim realisieren, dass wir ca. 7.700 stolze Kilometer quer durch Osteuropa und Asien gefahren sind!
Herzlichen Dank an alle, die uns unterstützt, mit uns gezittert und unsere Reise quasi Tag und Nacht mitverfolgt haben.
Wir freuen uns auf daheim!

 

18. Tag: Können wir es schaffen?

18. Tag: Können wir es schaffen?

Das heutige Highlight, die Fahrt durch den zweitgrößten Canyon der Welt, haben wir zum Zwecke der Materialschonung mit nur einem Fahrzeug absolviert. Schließlich muss der W124 noch bis ins Ziel am Mittelmeer durchhalten. Mit gemischten Gefühlen machten wir uns im Anschluss also auf den Weg. Kilometer um Kilometer behielten wir das Auto von Bernhard und Lukas im Rückspiegel im Auge und bangten um die Fahrtüchtigkeit. Wir wussten, jeder Kilometer aus eigener Kraft war ein Geschenk. Wir haben uns bemüht möglichst flüssig zu fahren um Lastwechsel auf die Kardanwelle zu vermeiden. Dabei wurden auch schon mal rote Ampeln ganz nach Türkischer Manier schlichtweg ignoriert. Auch der Funkverkehr gestaltete sich zum Teil schwierig, da man durch das Rattern der Kardanwelle im hinteren Fahrzeug oft kaum das eigene Wort verstand. Nach langem Bangen haben wir kurz vor der Dämmerung unser gesetztes Tagesziel am Mittelmeer (Akyaka) erreicht. Dort haben wir einen tollen Platz mit Meeresrauschen (wie von Höffn Foan bestellt) gefunden und unser Lager aufgeschlagen.

 

17. Tag: Die letzte große Etappe!

17. Tag: Die letzte große Etappe!

Wir haben gezittert, ob unsere Autos durchhalten. Es ist nicht mehr weit! Wunderschöne Straßen bei wunderschönem Wetter haben die Fahrt wieder zu einem Erlebnis gemacht. Langsam aber sicher wissen wir nicht mehr, wie wir sitzen sollen. Dehnungsübungen zwischendurch sind deshalb essentiell, werden aber leider nicht von allen Teammitgliedern ernst genommen. 😉

Kurz vor dem Tagesziel haben wir unsere Autos nochmal vollgetankt. Legendär – die Zapfsäule pumpte 100 ml in einer Sekunde in unsere Tanks! Wir haben eine gefühlte Ewigkeit gewartet. Wir haben gelernt, dass weder unser Englisch noch Hochdeutsch hier verstanden wird. Kathi hat den Tankwart deshalb im Dialekt gefragt: „Hey Tankwart, hosch du kan Druck uf dinam Rüssel?“. Zum ersten Mal waren wir froh, dass man uns nicht verstanden hat.

Danach haben wir das Camp bezogen. Manche Rallyeteams scheinten noch zu wenige Pannen gehabt zu haben. Sie haben zuerst ihre Reifen mit Burnouts ruiniert und anschließend die Motorhaube mit einer Axt behandelt. Mal sehen, ob alle im Ziel ankommen.

Wir brauchten keine Axt, wir haben ohne fremde Hilfe festgestellt, dass unsere Hardyscheibe schon wieder zerfetzt ist und nicht mehr lange halten wird. Drückt uns die Daumen für die letzten Kilometer!

 

16. Tag: Kapadokien

16. Tag: Kapadokien

Bei der Ankunft gestern in der Nacht haben wir noch garnicht bemerkt, in welch traumhafter Gegend wir uns befinden. Umso schöner war die Überraschung heute Morgen: Kapadokien und das bei strahlendem Sonnenschein! Zum ersten Mal durften wir den legendären Klosesssel von Höffn Foan testen. Bewaffnet mit Klopapier, Stuhl und Klappspaten ist einer nach dem anderen ins Bachbett verschwunden. Die sauberste und gemütlichste Toilette seit zu Hause. Die zwei Jahre Vorbereitungszeit auf die Rallye von Höffn Foan zahlen sich aus! Wir haben den ruhigen Fleck noch genutzt und unsere Campingdusche am benachbarten Strommasten aufgehängt. Endlich wieder mal duschen!

Danach haben wir uns auf den Weg nach Göreme gemacht. Zu Fuß haben wir dort die Häuser, Kirchen und Klöster in den Felsgemäuern besichtigt. Kapadokien ist wirklich faszinierend!

Bei einer Pinkelpause auf dem Weg nach Sereflikocisar haben wir zwei kleine Welpen am Straßenrand gefüttert. Vom Chef eines benachbarten Industriebetriebs wurden wir beobachtet und gleich auf eine Runde Chai eingeladen.

In Sereflikocisar angekommen haben wir uns auf die Suche nach einem Kuaför gemacht. Knapp drei Wochen keine Bartpflege rentieren sich. Im Damensalon nebenan sah es zuerst so aus, als wäre dort Hochbetrieb. Wir gingen vorbei. Eine Frau ist uns gefolgt und hat uns angeboten, dass wir in den Salon kommen sollen. Dort gabs Chai, Eis und die türkische Spezialität „Baklaba“ (Schreibweise unklar). Danach haben die netten Damen Katharina die Augenbrauen nach türkischer Methode in Form gebracht. Eine der Damen konnte ein bisschen Deutsch, deshalb haben wir uns nach einem türkischen Spezializätenrestaurant erkundigt. Wenn wir gewusst hätten, dass sie diese Frage als Aufforderung zu einem gemeinsamen Abendessen sahen, hätten wir wohl nicht gefragt. Yasemin hat uns in ein wirklich ausgezeichnetes Restaurant mit sehr netten Leuten geführt und anschließend die komplette Rechnung bezahlt. Wir sind überwältigt von der Gastfreundschaft un diesem Land!

Frisch rasiert, zurecht gezupft und mit vollem Magen sind wir zum Camp am Tuz Gölü gefahren – der salzhaltigste See der Welt, wie wir erfahren haben. Hier findet die größte Salzproduktion der Türkei statt. Wir haben dort den Sonnenuntergang am Lagerfeuer genossen. Schön wars!

 

15. Tag – Fortsetzung: Kaynak finished!

15. Tag – Fortsetzung: Kaynak finished!

Die sehr freundlichen Mechaniker haben ganze Arbeit geleistet. Nach einer gemütlichen Chai-Runde waren wir Mitte Nachmittag endlich wieder fahrbereit. Vielen Dank an das ganze Kaynak-Team!
Da wir zeitlich schon etwas unter Druck gestanden sind, haben wir beschlossen unsere Durchschnittsgeschwindigkeit etwas zu erhöhen. Das Team Höffn Foan hat in der Zwischenzeit schon ein Abseits-Lager in der Einöde aufgeschlagen und uns dorthin eingeladen. Klaus hat uns eine Wegbeschreibung geschickt. Ob er die Fehler in der Beschreibung absichtlich eingebaut hat, weil er uns garnicht sehen wollte, oder ob es ein Versehen war, bleibt wohl sein Geheimnis. Um ca. 22:00 haben wir die Einöde erreicht und hatten einen sehr netten Abend mit Höffn Foan.

 

15. Tag: Kaynak! Kaynak! (Schweißen!  Schweißen!)

15. Tag: Kaynak! Kaynak! (Schweißen! Schweißen!)

Ein kurzes Frühstück, Zähneputzen und los gehts. Wir brauchen eine Werkstatt! Wir haben unseren Patienten wieder angehängt und uns auf die Suche nach einer Werkstatt gemacht. Gesucht, gefunden – nur leider haben die Werkstätten am Sonntag geschlossen. Ein Straßenkehrer und ein Mann der vor einer Werkstatt gerade sein eigenes Auto geputzt hat, haben das Industriegebiet zum Leben erweckt. Innerhalb kürzester Zeit waren mindestens zehn Mechaniker da und haben uns eine Jause und Getränke aufgetischt. Mit Reden können wir uns nicht verständigen, aber mit Händen und Füßen verstehen wir uns blendend! Wir warten und hoffen – drückt uns die Daumen!

14. Tag: Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben!

14. Tag: Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben!

Samstag: Wir haben ausgiebig gefrühstückt, endlich war es wettertechnisch mal richtig gemütlich am Morgen. Das heutige Tagesziel lag ca. 500km vor uns. Wir waren aber froh, dass wir aus dem von Panzer und Soldaten dominierenden Gebiet rauskamen. Fühlt sich doch etwas unsicher an, wenn an jeder Straßenecke schusssichere Hütten aus Sandsäcken stehen.
In Erzurum haben wir eine Rast eingelegt. Per Zufall sind wir in ein sehr feines Restaurant gestolpert. Der anfangs etwas mürrische Kellner im Güzelyurt hat uns gleich mit in die Küche geschleppt. Er hat sofort erkannt, dass unsere Türkischkenntnisse für eine Essensbestellung nicht ausreichen. Aus verschiedenen Töpfen haben wir uns ein sehr, sehr leckeres Mittagessen zusammengestellt.
Gestärkt haben wir die zweite Tageshälfte gestartet. Knapp 200 km noch. Eine Pinkelpause gut 50 km vor dem Ziel hat etwas länger als geplant gedauert. Ein lauter Knall bei unserem W124er: „Ups, do stimmt was ned!“
Eine kurze Begutachtung und die Diagnose war klar: Die defekte Hinterachsaufnahme hat die Kardanwelle abgerissen und die Hardyscheibe zerfetzt. Wir haben alle lose hängenden Teile mit Kabelbinder angebunden, die Abschleppstange montiert und die restlichen 50km geschleppt. Die Ankunft beim Parkplatz hat die restlichen Teams natürlich zum Schmunzeln gebracht.
Wir haben uns noch kurz beraten, wie es morgen weitergehen soll. Ohne Türkischkenntnisse ist auch ein Werkstattbesuch etwas schwierig. „Kaynak“ heißt angeblich schweißen. Das hilft uns schon mal weiter. Mal sehen, was wir morgen (Sonntag!) erreichen. 1500 km bis zum Rallyeziel! Wir geben nicht auf! Es bleibt spannend! 😉

 

13. Tag: Allrad? Wozu?

13. Tag: Allrad? Wozu?

Wir haben gut geschlafen (aber es war kalt). Wachhund Isimir hat gut auf uns aufgepasst, deshalb gab es ein Paar Landjäger als Belohnung – es ist wirklich traurig zu sehen, wie viele Hunde und Katzen hier auf der Straße leben. Unser Frühstück haben wir auf einen weniger windigen und nach Möglichkeit wärmeren Platz verschoben. Gesucht, gefunden, an einer Baustelle, in einer Straßenmulde wehte kein Wind und das Thermometer zeigte immerhin 12 Grad an – wir waren uns einig: Zeit für ein Frühstück!

Unser nächstes Ziel war eine Schule in Karahan. Wir haben dort Schultaschen, gefüllt mit Schulsachen und ein paar Süßigkeiten den Kindern übergeben. Man könnte hier noch soviel Gutes tun. Unsere Autos sind zu klein für das, was hier und in den umliegenden Dörfern gebraucht wird.

Nächste Station: Kars. Diese Stadt ist bekannt für sehr guten Käse. In der ersten Sennerei haben wir uns gleich damit eingedeckt.

Auf dem Weg zu unserem Etappenziel haben wir eine wüstenartige hügelige Landschaft passiert. Unsere Höffn Foan-Freunde standen mit ihren Jeeps schon auf einem Aussichtspunkt, an dem vermutlich noch nie ein Auto war. Sofort legten wir eine Vollbremsung ein, Manuel war überzeugt: Was die Jeeps können, kann unser tiefergelegte Hecktriebler Benz auch! Triumphierende Posen ein paar Minuten später haben gezeigt, dass er Recht hatte. Gogo und Klaus haben sich noch für eine Rundfahrt mit den Jeeps erbarmt. „Jetzt oder nie! Ich liebe mein Leben!“ hat der völlig verrückte Klaus aus seinem Jeep geschreit. Augenblicke, die wir vermutlich nie vergessen.

Wir sind uns nun nicht ganz sicher, ob das Bergklettern unserem Auto so gut gefallen hat wie uns. Seither kämpfen wir mit Temperaturproblemen und (leichtem) Kühlwasserverlust. Nach 100 km haben wir ca. 7 Liter Wasser nachgefüllt.

Kurz vor Dämmerungseinbruch sind wir beim Harems Palast angekommen. Traumhafter Ausblick!

 

12. Tag: Zurück in die Türkei auf fast 2000m

12. Tag: Zurück in die Türkei auf fast 2000m

Wir haben eine Luxusnacht über den Dächern von Tiflis verbracht. Genial! Seltsamerweise haben wir uns am allermeisten auf die saubere Toilette gefreut. Bett und Dusche waren zweitrangig, aber auch das war notwendig! Ein wunderbares Phänomen ist aber, dass die Verdauung genau dann aussetzt, wenn man für ein paar Stunden, Zugang zu einer (sauberen) Toilette hätte.

Ein kurzer Exkurs: Wir sind schon sehr kreativ geworden, was Sanitäranlagen betrifft. Die saubersten Toiletten für kleine und große „Geschäfte“ gibts eigentlich überall, ca. 10 Meter von der Hauptstraße weg. Mit etwas Glück gibt ein Baum die nötige Rückendeckung. Nicht so gemütlich wie daheim, aber jedenfalls besser als so manche „Sanitäreinrichtung“ auf unserer Reise. Manchmal finden sich auch ein paar Zeitungen im Freiluftklo. Die meisten Zeitungen liegen aber schon sehr lange herum und sind nicht mehr als solche zu identifizieren.
Klaus HöffnFoan, WC aufm Berg

Zurück zu unserem Tagesbericht: Wir sind von Tiflis wieder zurück zur türkischen Grenze gefahren. Quer durch Georgien, vorbei an sehr vielen Dörfern mit sehr viel Armut. In einem kleinen Lebensmittelgeschäft haben wir uns mit Brot, Wasser, georgischem Wein und Bier eingedeckt. Unsere restlichen Lari (georgische Währung) haben wir einem kleinen Mädchen gegeben. Sie ist vermutlich die Einzige in diesem Dörfchen, die gebrochen Englisch spricht und damit sehr weiter geholfen hat.
Kurz danach haben wir Georgien verlassen und sind auf ca. 2000 Meter Seehöhe wieder in die Türkei eingereist. Die Zollbeamten waren wieder sehr fasziniert von unserer Reise. Wenig später sind wir am Cilder Gölü, dem Tagesziel und Fahrerlager angekommen. Eine wunderschöne Gegend, wenn das Wetter halbwegs auf unserer Seite gewesen wäre. Es hat wieder einmal in Strömen geregnet. Später wurde der Regen weniger, dann setzte aber ein kalter Seewind ein. Ziemlich ungemütlich für das Feierabendbier. Höffn Foan hat uns freundlicherweise auf eine heiße Gulaschsuppe (mit Liebe zubereitet von Toni) und einen wärmenden Schluck Jameson eingeladen. Jungs, auf euch ist Verlass! Danke!